Mit dem Golfspielen anfangen in Deutschland

Ich bekomme es gerade quasi hautnah mit, wie das mit dem Einsteigen ins Golfspiel in anderen Ländern läuft. Ein Freund von mir wohnt in Los Angeles. Und aus dem Nichts bekam ich vor ein paar Wochen eine Email mit ein paar Fragen rund ums Golfspielen. Braucht man wirklich ein volles Set Golfschläger von Anfang an? Wie sieht es mit Kleidung aus? Sollte man direkt Golfschuhe kaufen? Solche Dinge halt.

Und seitdem darf ich via Facebook-Videos verfolgen, wie der Einstieg in den Golfsport dort lief. Die Jungs sind zum Golfplatz um die Ecke gegangen. Dort gab es Schläger zum ausleihen (gratis) für die Range. Bälle gezogen, Bälle geschlagen. Ein Pro kam nach einer Stunde vorbei - und bleibt tatsächlich von selbst bei der Gruppe stehen. Hilft mit dem Griff und bringt die Jungs dazu, die ersten Bälle vernünftig zu treffen. Und sagt dann: "So, ab auf den Platz. Habt ein bisschen Spaß und kommt gerne wieder."

Seitdem trifft sich die Gruppe ein bis zweimal pro Woche nach der Arbeit um Bälle zu schlagen, Bier zu trinken und dann auf dem Platz eine Runde zu drehen. Witzigerweise sind nun, nach ein paar Wochen, alle in den Club eingetreten und haben nächste Woche ihre erste Trainerstunde - bei dem Pro, der ihnen anfangs ein wenig geholfen hatte. Denn sie haben Ehrgeiz und vor allem Spaß an der Sache entwickelt.

 

Was können wir hier in Deutschland aus dieser Geschichte lernen?

  1. Willkommens-Kultur 1 - Der Club
    Die Jungs sind freundlich empfangen worden. Hey, ihr habt noch nie Golf gespielt? Kein Problem. Hier sind ein paar alte Schläger, die könnt ihr euch ausleihen und auf der Range ein paar Bälle kloppen. Viel Spaß damit, bitte zurückbringen.

    Fazit und Impuls:
    Gibt es in vielen Clubs diese Möglichkeit? Dazu auch noch gratis? Wäre es nicht total sinnvoll vielleicht sogar hinzugehen und ich sage mal 200 Bälle am Tag für Neu-Einsteiger bereitzustellen? Was spricht dagegen hinzugehen und jeden Tag 200 Bälle und 2 Schlägersets an einem Platz hinzustellen, wo der Pro sehen kann, ob jemand spielen möchte? Wenn nun Einsteiger kommen und sich ausprobieren möchten, so lässt man sie einfach dort ausprobieren. Sind die 200 Bälle weg, so muss man halt Bälle ziehen.

  2. Willkommens-Kultur 2 - Der Pro
    Was ich immer wieder beobachte, wenn ich auf Plätzen unterwegs bin, ist folgendes. Und ich möchte dabei keinesfalls jeden Pro in Deutschland "angreifen" - wohl aber genügend davon vielleicht etwas überspitzt auf etwas aufmerksam machen. Man kommt auf die Range, will ein paar Bälle schlagen. Zieht sich Bälle aus dem Automaten und läuft am Pro vorbei. Der Pro sagt in den meisten Fällen nicht einmal Hallo. Das ist natürlich total okay, wenn der Pro grad eine Stunde gibt. Ich sehe Leute, wie sie sich abmühen, einen vernünftigen Ball zu schlagen. Und ich sehe einen Pro, der zwischen seinen Stunden rumsitzt/rumsteht und offensichtlich nichts zu tun hat. Wieso ist es bei so wenig Golfprofessionals usus, mal bei diesen Leuten vorbeizuschauen. Sich vorzustellen, einen Quick Tipp im vorbeigehen zu geben? Bricht man sich damit einen Zacken aus der Krone? Oder ist es nicht vielmehr so, dass man als Pro damit offen auf Leute zugeht, vielleicht sogar potentielle Kunden anspricht?

    Fazit und Impuls:
    Der Pro ist nach dem Sekretariat der zweite und wie ich finde potentiell wichtigste Kontaktpunkt für Neugolfer. Als Club würde ich hier klare Regeln aufstellen, wie sich ein Pro zu verhalten hat. Freundlich und kommunikativ sein. Auf neue Golfer zugehen. Ein Verhältnis - und sei es nur durch ein lockeres Gespräch im Vorbeigehen - mit Clubmitgliedern aufbauen. Ihr Pros seid ein Dreh- und Angelpunkt, wenn es um Mitgliedergewinn und -betreuung geht. Verhaltet euch auch so. Und an die Golfclubs: eure Pros machen ein Stück weit euren Club gut/besser. Arbeitet enger zusammen, entwickelt gemeinsam ein Konzept, einen gemeinsamen Auftritt.

    Wie wäre es beispielsweise mit einem "Open-Range Nachmittag"? Man stellt eine Box hin, jeder, der einen Quick-Tipp haben möchte wirft 10,- EUR hinein und bekommt dafür ein wenig Zeit mit dem Pro. So lernen Golfer den Pro kennen - und umgekehrt. Kann man doch toll über den Winter machen...

 

 

 

Wie seht ihr das? Was könnte besser sein, was ist schon gut, oder alles Quatsch? Wo werden tolle Sachen in Golfclubs bereits getan, um es Neu-Golfern einfacher zu machen, unseren tollen Sport kennen zu lernen? Und was wird getan?  Schreibt uns Eure Meinung in die Kommentare oder bei Facebook.

 

 

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WLG_Alex

Alex betreibt eine Kommunikations-Agentur spezialisiert auf Golfsport und ist Gründer von „Wir lieben Golf“. Er liebt schön anzusehende Par3-Löcher, trainiert ausschließlich sein kurzes Spiel und möchte „Wir lieben Golf“ zur besten Golf-Community Deutschlands machen.

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